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An die Geschäftsleitungen der Modeketten in Europa

Appell

Die Kleidung, die Sie verkaufen, wird in Viskose-Fabriken in Asien hergestellt und belastet Luft und Wasser mit verheerenden Schadstoffen. Als Kundinnen und Kunden in Europa fordern wir Sie auf, sich unverzüglich um einen Stopp der Umweltverschmutzung zu bemühen, Ihre Produzenten bei der Umstellung auf eine saubere Herstellung zu unterstützen und den Einkauf bei Produzenten zu beenden, die die Auflagen nicht erfüllen.

Warum das wichtig ist

seit Sommer letzten Jahres ist belegt, dass die beiden weltweit größten Modeketten H&M und Zara für verheerende Umweltverschmutzungen verantwortlich sind. Sie vergiften Menschen und Tiere in Indonesien, Indien und China. Als wir von den Beweisen hörten, wurden wir lautstark aktiv. Zu Hunderttausenden forderten wir ein Ende der schmutzigen Praktiken. Wir wollen saubere Kleidung kaufen und tragen können.

Unser Aufschrei hatte Erfolg: Vor wenigen Wochen haben sich H&M und Zara zu hohen Umweltstandards verpflichtet! Seitdem sind sogar weitere Moderiesen wie Marks & Spencers, Tesco und ASOS gefolgt. Sie alle haben versprochen, den Hauptbestandteil ihrer Textilien, die Viskosefasern, nur noch aus Fabriken zu beziehen, die keine giftigen Abwässer in Flüsse und Bäche leiten. [1]

Doch andere Modekonzerne wie C&A, Primark und Topshop stellen sich immer noch taub. Sie haben sich bis heute nicht dazu verpflichtet, auf eine schadstofffreie Textil-Herstellung umzustellen. Einige wollen noch nicht mal offenlegen, ob sie Viskose aus tödlichen Fabriken beziehen.

Auf Nachfrage zeigen sich die Modeketten betroffen. Ihre Sorge ist jedoch nur ein Lippenbekenntnis. Sie haben sich noch nicht dazu verpflichtet, keine Stoffe mehr von den tödlichen Fabriken zu beziehen. Es ist jetzt an uns, von ihnen Konsequenzen zu verlangen.

Als unabhängige Prüfer die Fabriken untersuchten, trauten sie ihren Augen nicht und wussten sofort: Hier läuft was richtig schief. Wasserproben und Befragungen der Anwohner bestätigten, was zum Himmel stank: Die Fabriken zerstören die Umwelt und schädigen die Gesundheit der Bevölkerung. Dabei ließe sich all das vermeiden. Es gibt umweltfreundliche Arten, Textilien herzustellen, die jederzeit im großen Maßstab eingesetzt werden könnten - wenn Marken wie H&M und Zara das nachfragen würden.[2]

H&M und Zara haben schon in der Vergangenheit auf öffentlichen Druck reagiert und ihre Praktiken verändert. Schließlich sind sie darauf angewiesen, dass wir ihre Kleidung kaufen. Wir Verbraucher/innen haben es in der Hand, sie da zu treffen, wo es richtig weh tut - bei ihrer Kundenbasis. Wenn Zehntausende von uns mitmachen, werden sie uns zuhören müssen.

Die Fabriken, die untersucht wurden, sind keine kleinen Klitschen. Es sind zehn der weltweit größten Textilbetriebe dabei. Sie haben ihren Sitz in China, Indien und Indonesien. Firmen wie H&M und Zara gehören zu ihren größten Abnehmern. Wenn sie Änderungen verlangen, dann werden diese Fabriken nicht Nein sagen.

Es ist Viskose, eine halbsynthetische Faser, die auf pflanzlicher Basis hergestellt wird, die solche Probleme bereitet. Als Alternative zu Baumwolle und Polyester ist sie immer beliebter geworden. Viskose wird oft als besonders “nachhaltig” angepriesen - was sie auch sein könnte, würde sie richtig produziert. Die Viskose herstellen zu lassen, ist alles andere als nachhaltig. Bei ihrer Produktion wird extrem viel Chemie eingesetzt, ohne dass echte Kontrollen stattfinden. Die gefährlichen Chemikalien und giftigen Gase, die dabei in die Umwelt gelangen, überschreiten die ohnehin schwachen Grenzwerte um ein Vielfaches.

In jeder der untersuchten Fabriken erzählten Arbeiter/innen und Anwohner/innen, dass Freunde und Familienmitglieder krank geworden sind, dass das Wasser untrinkbar wird und der Fischfang zusammenbricht. Anwohner einer Fabrik in China sagten, sie würden nicht einmal mehr ihre Schweine mit Fisch füttern wollen, weil sie Vergiftungen befürchten. Das Testen von Wasserproben bestätigt die extrem hohe Schadstoffbelastung, welche die schwachen Grenzwerte um ein Vielfaches überschreitet.

Wir haben es in der Hand, das zu ändern. H&M und Zara sind durch die Medienberichte bereits aufgeschreckt. Jetzt müssen sie unsere Stimme hören. Das hat schon mal funktioniert: Als Hunderte Arbeiterinnen in einer Fabrik in Bangladesch starben, die für große Modeketten produzierte, unterzeichneten H&M und Zara auf Druck ihrer Kund/innen eine bahnbrechende Vereinbarung für bessere Arbeitsbedingungen. Die gilt aber nur für Bangladesch!

Wenn wir in Europa eine Veränderung fordern, dann werden H&M und Zara zuhören. Gelingt es uns, diese beiden großen Unternehmen zu bewegen, dann geben wir auch ein wichtiges Signal an andere Modeunternehmen.

Referenzen

[0] Hier die Roadmap, die sie unterzeichnet haben: http://changingmarkets.org/wp-content/uploads/2018/02/Roadmap_towards_responsible_viscose_and_modal_fibre_manufacturing_2018.pdf

[2] http://changingmarkets.org/wp-content/uploads/2017/06/CHANGING_MARKETS_DIRTY_FASHION_REPORT_SPREAD_WEB.pdf

https://www.theguardian.com/sustainable-business/2017/jun/13/hm-zara-marks-spencer-linked-polluting-viscose-factories-asia-fashion

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