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Albert DESS, Maria NOICHL, Peter JAHR und Ulrike MÜLLER

Appell

Der überwiegende Teil der europäischen Agrarsubventionen fließt in industrielle Landwirtschaft, die unserer Gesundheit schadet. Als Europäer/in beträgt mein Anteil an diesen Subventionen rund 114 Euro im Jahr. Ich bitte Sie daher eindringlich, für eine finanzielle Landwirtschaftsförderung zu stimmen, die gut für unsere Gesundheit und für die Natur ist.

 

Warum das wichtig ist

 

1. Was ist industrielle Landwirtschaft?

In dem Bestreben, ständig wachsende Erträge zu erzielen, hat die EU ihre Landwirtschaft stark industrialisiert.[1] In der Folge gelangen immer mehr Agrochemikalien in die Umwelt, die Gewässer belasten und unsere Nahrung vergiften. Auf Dauer machen sie die Bauern genauso krank wie uns Konsument/innen.[2]

Wir halten Tiere unter untragbaren Bedingungen, die den massenhaften Einsatz von Medikamenten erfordern und in der Folge die Ausbreitung von multiresistenten Krankheitskeimen fördern. Damit nicht genug.

Wir verlieren Biodiversität[3]: Seit 1980 sind 57 Prozent der Ackerlandvögel verschwunden. Schmetterlinge, Bienen und andere Wildbestäuber, die 80 Prozent der Pflanzen bestäuben, sind ebenfalls stark rückläufig.

Industrielle Landwirtschaft belastet unsere Luft mit klimaschädlichen Treibhausgasen. Sie verbraucht und verschmutzt unser Grundwasser[4] und zehrt die wertvollen Böden auf. All das wird auf Dauer die Herstellung von gesunden Lebensmitteln immer schwerer machen.[5]

Unsere subventionierte und exportorientierte industrielle Landwirtschaft trägt weder zu einer gesunden Umwelt noch zu einer nachhaltigen Lebensgrundlage für Landwirte bei. Sie sehen sich oft vor die Wahl gestellt, ihre Landwirtschaft zu industrialisieren oder ganz einzustellen, weil sie den Broterwerb nicht mehr sichert: Zwischen 2007 und 2013 sind drei Millionen Betriebe in Europa verschwunden.[6]

 

2. Was ist GAP und wie wird darüber entschieden?

Das Agrarsubventionssystem der EU wird als Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) bezeichnet. Sie macht fast 40 % des EU-Haushalts aus, das sind fast 60 Milliarden Euro oder 114 Euro pro EU-Bürger/in pro Jahr.

Derzeit werden vier Fünftel der Mittel verwendet, um industrielle Landwirtschaft und pflanzliche Kraftstoffe zu subventionieren. Die meisten Zahlungen basieren auf der Größe des Betriebs, zum Teil auch auf der Zahl der Tiere. Das heißt: Je mehr Land und Tiere, desto mehr Geld.

Alle sieben Jahre wird die GAP überprüft. Die EU-Kommission befragte dazu im Jahr 2017 die Bevölkerung, die Landwirte und beteiligte Organisationen. 80% der Befragten sprachen sich für eine grundlegende Reform der GAP aus. Sie wollen, dass die Landwirtschaft der Natur und den Menschen dient und sie nicht krank macht. Aber die EU-Kommission ignorierte die Forderungen von uns Bürger/innen und entschied mehrheitlich dafür, alles beim Alten zu belassen.

Jetzt ist es am EU-Parlament, dem Vorschlag der EU-Kommission eine andere Richtung zu geben. Zum ersten Mal können jetzt Vorschläge und entscheidende Änderungen nicht nur vom Agrarausschuss, in dem die Interessen der Agrarkonzerne und Großbauern dominieren, eingebracht werden, sondern auch vom Umweltausschuss. Der Umweltausschuss kann eine Trendwende einleiten und dafür sorgen, dass zukünftig mehr Geld für eine naturnahe Landwirtschaft ausgegeben wird.

 

3. Was wir fordern

Wir fordern die EU auf, ihren internationalen Verpflichtungen nachzukommen und die GAP auf die Ziele der nachhaltigen Entwicklung auszurichten. Die Abgeordneten des EU-Parlaments sollten auf ihre Bürger/innen hören, insbesondere im Hinblick auf die EU-Wahlen im Mai.

Jetzt ist es an der Zeit, dass die GAP den Umstieg auf eine nachhaltige Landwirtschaft finanziert, bevor es zu spät ist:

  1. Die Abgeordneten müssen dafür stimmen, dass mindestens die Hälfte der Mittel, also 30 Milliarden Euro pro Jahr für nachhaltige Landwirtschaft ausgegeben wird, die nachweislich biologische Vielfalt, den Schutz von Klima, Boden und Wasser sichern.

  2. Die Abgeordneten müssen dafür stimmen, dass es weniger Direktzahlungen für Fleisch- und Milchherstellung aus industrieller Landwirtschaft gibt, die sich nicht an die Gesetze hält, intensive Tierhaltung befeuert und so unserer Gesundheit und unserer Umwelt schadet.


Referenzen

  1. EEA Report | No 19/2018 EEA Environmental indicator report 2018 – in support to the monitoring of the Seventh Environment Action Programme, https://www.eea.europa.eu/airs/2018
  2. Sutton, M. A. et al. Summary for policy makers. in The European Nitrogen Assessment. Sources, Effects and Policy Perspectives (eds. Sutton, M. A. et al.) xxiv–xxxiv (2011), http://assets.cambridge.org/97811070/06126/frontmatter/9781107006126_frontmatter.pdf., doi:10.1017/CBO9780511976988.002
  3. Inger, R. et al. Common European birds are declining rapidly while less abundant species’ numbers are rising. Ecol. Lett. 18, 28–36 (2015)
  4. WWF. Illegal water use in Spain. WWF/Adena (2006), http://assets.panda.org/downloads/illegal_water_use_in_spain_may06.pdf
  5. Panagos, P. et al. Cost of agricultural productivity loss due to soil erosion in the European Union: From direct cost evaluation approaches to the use of macroeconomic models. L. Degrad. Dev. 29, 471–484 (2018) https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/ldr.2879
  6. Eurostat online: data code ef_kvaareg link, https://ec.europa.eu/eurostat/data/database?node_code=ef_kvaareg

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Vorschläge für Nachrichten

  • Der Klimakrise begegnen: Wir müssen die Zahl der Nutztiere dringend reduzieren. Bitte stimmen Sie dafür, Massentierhaltung nicht weiter zu unterstützen und so das Klima und die Böden zu schützen.
  • Beenden Sie die Direktzahlungen - davon profitieren nur die großen Agrarbetriebe. Setzen Sie sich für eine nachhaltige und gesunde Landwirtschaft ein!
  • Nachhaltige und naturnahe Landwirtschaft sichern: Stimmen Sie dafür, dass mindestens die Hälfte des Geldes für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU für Natur und Klima ausgegeben wird.

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Wir setzen uns seit Jahren für nachhaltige Landwirtschaft ein. Jetzt haben wir die einmalige Gelegenheit zu beeinflussen, wo EU-Gelder investiert werden: in Fleisch, das uns krank macht, oder in gute Lebensmittel? Wir müssen uns neben den großen Agrarlobbyisten in Brüssel Gehör verschaffen, um das zu erreichen.

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