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An das Europäische Parlament, den Rat der Europäischen Union und die Europäische Kommission

Appell

Wir fordern Sie auf, Entscheidungen über die EU-Zulassung von Lebensmitteln transparenter zu machen, indem die Studien der Industrie veröffentlicht werden, bevor das Produkt auf den Markt kommt. Nur diese Transparenz kann sicherstellen, dass öffentliche Entscheidungen auf Basis von unabhängigen wissenschaftlichen Bewertungen getroffen werden. Durch die Geheimhaltung der Industrie bleiben gefährliche Produkte auf dem Markt und das Misstrauen der Bevölkerung wächst.

Warum das wichtig ist

Mitte Dezember stimmt das EU-Parlament über ein Gesetz ab, das das Ende des Unkrautvernichters Glyphosat bedeuten kann. Das Gesetz würde geheime Studien der Pestizidhersteller endlich öffentlich machen. [1]

In unserem Kampf der vergangenen Jahren gegen Glyphosat haben wissenschaftliche Studien eine entscheidende Rolle gespielt. Die Hersteller behaupteten, ihre Studien würden beweisen, dass Glyphosat ungefährlich sei - das war nicht überprüfbar, die Studien blieben geheim. Mit geheimen Studien wurde Glyphosat für fünf weitere Jahre zugelassen. [2]

Der Umweltausschuss hat Anfang Dezember dafür gestimmt, die Geheimhaltung aufzuheben. Die Abstimmung wurde knapp gewonnen. Die Pestizid-Hersteller versuchten bis zuletzt, die Abgeordneten zu beeinflussen. Sie wollen Studien auch in Zukunft kontrollieren - und sie immer erst dann veröffentlichen, wenn die Bewertung eines giftigen Stoffs abgeschlossen ist!

Die vorgeschlagene Transparenz ist das Gegenteil von dem, was sich die Agrar- und Lebensmittelindustrie wünscht. Wird das Gesetz verabschiedet, dann haben wir endlich etwas gegen Monsanto - jetzt Bayer - in der Hand. Wir haben dann eine echte Chance, Glyphosat und andere gefährliche Chemikalien zu verhindern.

Die nächste Glyphosat-Entscheidung steht vor der Tür. Wenn wir es jetzt schaffen, bei den Transparenzregeln zu gewinnen, muss die EU die Sicherheitstudien von Bayer (früher Monsanto) über Glyphosat veröffentlichen, wenn nächstes Jahr wieder ein Zulassungsantrag vorliegt. Nur wenn wir die Studien haben, können wir sie von unabhängigen Wissenschaftler/innen auswerten lassen. Um Glyphosat endlich zu stoppen, müssen wir uns die Studien anschauen können, die die Industrie geheimhalten will.

Referenzen

  1. http://ec.europa.eu/citizens-initiative/public/initiatives/successful/details/follow-up/2017/000002/en?lg=en https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/PDF/?uri=CONSIL:ST_8518_2018_INIT&from=EN
  2. http://ec.europa.eu/citizens-initiative/public/documents/3496/DS_Annex.pdf https://www.euractiv.com/section/agriculture-food/news/civil-society-questions-europes-perfect-pesticide-authorisation-system/

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Unsere WeMove Gemeinschaft kämpft schon seit Jahren für mehr Transparenz in der Lebensmittelindustrie. Diese Abstimmung im Europäischen Parlament ist ein weiterer Schritt dahin, die Zulassung von potenziell giftigen Chemikalien zu verhindern.

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