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An die Mitglieder des Europäischen Parlaments

Appell

Wir rufen die EU sowie die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer auf, der beispiellosen Krise durch die COVID-19-Pandemie mit Solidarität, Mut und Innovation zu begegnen.

Wir wollen nicht zu einem Wirtschaftsmodell zurückkehren, das die sozialen Ungleichheiten verschärft, unsere Gesundheit gefährdet, die Umwelt ausbeutet und das Klima unseres Planeten dramatisch verändert. Es ist jetzt an der Zeit, unsere Wirtschaftsweise radikal und schnell grüner, gerechter und widerstandsfähiger gegen künftige Krisen zu machen.

Wir fordern das größte nachhaltige Investitionsprogramm, das die Welt je gesehen hat - unterstützt durch alle verfügbaren Finanzinstrumente der EU und mit dem Ziel, einen gerechten und grünen Wiederaufbau zu finanzieren.

Dieser Appell basiert auf einer Erklärung, die von Europas führenden Umweltorganisationen unterzeichnet wurde. [1]

Warum das wichtig ist

Die Europäer*innen sind sich bewusst, was das Wiederaufbauprogramm ist und welche Auswirkungen es auf ihr Leben, ihre Wirtschaft und ihre Gesellschaft haben kann.

Hunderttausende in der gesamten Europäischen Union sind vom Bewusstsein zum Handeln übergegangen, weil sie erkannt haben, dass dies eine seltene und einzigartige Gelegenheit ist, eine Krise in Veränderung zu verwandeln.

Die Milliarden von Euro, die den EU-Ländern zur Verfügung gestellt werden, damit sie ihren Weg aus dieser tiefen Wirtschaftskrise finden, können einen Wendepunkt markieren, wenn sie klug eingesetzt werden.

In fossile Brennstoffe zu investieren, ist nicht klug. Und dazu gehört auch Gas. Es ist nicht zukunftsorientiert. Es bedeutet, unsere Volkswirtschaften an einer Technologie und einem Produktionsmodus zu verankern, die uns in die Klima-, Energie-, Gesundheits- und Wirtschaftskrise geführt haben, unter der wir heute leiden.

Die Milliarden des Wiederaufbauprogramms in fossile Brennstoffe zu investieren wäre einzig und allein eine Antwort auf die starke Lobbyarbeit jener Unternehmen mit tiefen Taschen, die ihre Gewinne verteidigen, auch wenn ihre Interessen gegen die Interessen aller anderen gerichtet sind.

Trotz aller Widerstände hat der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments dafür gestimmt, Subventionen für fossile Brennstoffe, einschließlich Gas, vom Wiederaufbauprogramm auszuschließen. Die Europäer*innen wünschen sich einen Europäischen Rat, der diese ehrgeizige Linie beibehält.

Investitionen in erneuerbare Energien bringen dreimal mehr Arbeitsplätze als fossile Brennstoffe und sind außerdem längst wirtschaftlicher als Investitionen in Kohle, Öl und Gas. Und nur so kann die EU ihre Klimaziele erreichen und den Planeten schützen. Es gibt keinen vernünftigen Grund, die alten Strukturen der fossilen Brennstoffe zu einem Teil der Zukunftsgeschichte Europas zu machen und Fördermittel in Milliardenhöhe in sie zu stecken.

Die Menschen in Europa haben keine mächtigen Lobbyfirmen, die ihre Anliegen vertreten - aber sie wissen, was vor sich geht. Die Gas- und Ölindustrie will sich den Großteil der Milliarden Euro schnappen, die stattdessen in erneuerbare Energien fließen sollten. Engie, GRTgaz, Teréga, Naturgy, Italgas, ExxonMobil, PGNiG: diese Gaskonzerne setzen mit ihrer Lobbyarbeit die Staats- und Regierungschefs der EU unter Druck, um ihre Geschäftsmodelle zu sichern. [1]

Darum fordern Hunderttausende von Menschen eine mutige Politik, die das Potenzial des Wiederaufbauprogramms klug und zukunftsorientiert nutzt, um ein veraltetes Wirtschaftsmodell hinter sich zu lassen, das den Planeten zerstört und Ungleichheit schafft.


Referenzen

  1. http://www.wemove.eu/the-power-of-the-fossil

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